← Alle Übungen
Thrive Zone Academy · Übung · Core & Rotation

Plank Hold

Unterarmstütz, Ellenbogen unter den Schultern, Körper in einer Linie. Die Übung bewegt nichts — sie hält. Der Bauch verbindet Rippen und Becken und lässt die Mitte nicht durchhängen.

Muskelgruppen: Core, Gesäß, Unterer Rücken, SchulterEquipment: KörpergewichtID: COR-13
Plank Hold
Plank Hold — die gehaltene Position.
Der Kern

Der Plank ist die Grundposition für alles, was danach kommt. Er bringt dir bei, Rippen und Becken miteinander zu verbinden und diese Verbindung unter Belastung zu halten — genau das brauchst du später im Mountain Climber, im Side Plank und in jeder Position, in der du dich auf Unterarmen oder Händen hältst.

Die Position sagt dir selbst, ob sie stimmt. Sinkt das Becken ab, ist die Verbindung weg. Rutschen Ellenbogen und Füße auseinander, schiebst du sie auseinander, statt sie zusammenzuziehen. Und wenn die Schultern vor dem Bauch aufgeben, trainiert der Plank an diesem Tag die Schultern — kürzer halten, dann geht die Arbeit zurück in die Mitte.

Ausgangsposition

Auf die Unterarme, Ellenbogen unter den Schultern, Füße schulterbreit. Andreas baut die Position Schritt für Schritt auf: erst auf Unterarme und Knie, den Bauch anspannen, dann ein Bein nach hinten, dann das zweite — statt sich hinzulegen und danach zu korrigieren. Oben angekommen werden Becken und Rippen angenähert, der Bauchnabel zieht nach innen, und das Becken sinkt nicht ab. Ellenbogen und Füße ziehen dabei der Länge nach zueinander: die Ellenbogen Richtung Füße, die Füße Richtung Ellenbogen, als würdest du sie über den Boden zusammenschieben.

Die drei Cues

  1. Ellenbogen unter den Schultern, Füße schulterbreit
  2. Becken und Rippen annähern, Bauchnabel reinziehen — das Becken bleibt in der Linie
  3. Ellenbogen Richtung Füße ziehen, Füße Richtung Ellenbogen — nicht auseinanderschieben

Häufige Fehler

FehlerSo löst du es
Das Becken sinkt abBecken und Rippen wieder annähern. Wenn du das nicht halten kannst, geh auf die Knie und bau die Position dort auf.
Das Gesäß steht hochDann haben die Bauchmuskeln die Arbeit abgegeben und du ruhst auf Schultern und Hüfte. Hüfte so weit senken, bis Schultern, Hüfte und Fersen eine Linie bilden.
Ellenbogen und Füße rutschen auseinanderWieder zueinander ziehen. Andreas' Kontrolle: auf Parkett mit Socken halten — rutschst du auseinander, fehlt der Zug zwischen Ellenbogen und Füßen.
Du legst dich in die Position und korrigierst danachAndersherum aufbauen: erst der Bauch, dann ein Bein nach hinten, dann das zweite.
Der Kopf hängt nach untenDer Blick geht auf den Boden etwa eine Handbreit vor den Händen, der Nacken bleibt lang.
Schultern und Arme geben zuerst nachKürzer halten und dafür öfter wiederholen. Wenn die Arme vor dem Bauch aufgeben, bringen kürzere Halte die Arbeit wieder dorthin, wo du sie haben willst.

Varianten

VarianteWofür
Unterarmstütz auf den KnienWenn das Becken im vollen Stütz durchhängt — gleiche Position, kürzerer Hebel
Unterarmstütz auf den FüßenSobald die Linie von den Schultern bis zu den Fersen steht
Länger halten oder öfter wiederholenWenn die Position sauber bleibt und der Bauch das ist, was zuerst nachgibt
Mountain Climber, dann Side PlankDer Plank ist die Grundlage für beide — der Side Plank verlagert die Arbeit auf die seitliche Rumpfmuskulatur

Wiederholungen und Last

Andreas' Vorgabe: mindestens 30 Sekunden halten, besser eine Minute. Wichtiger als die Zeit ist, was dabei nachgibt — bleibt die Linie stehen und ermüdet der Bauch, ist die Zeit richtig gewählt. Geben Schultern oder Beine zuerst nach, halte kürzer und wiederhole dafür öfter.

Welche Muskeln arbeiten

MuskelRolleAufgabe in dieser Übung
Gerader Bauchmuskel
M. rectus abdominis
HauptmuskelHält Brustkorb und Becken zusammen — der Grund, warum die Mitte nicht absinkt
Äußerer schräger Bauchmuskel
M. obliquus externus abdominis
HauptmuskelHält die Bauchwand fest und sichert gegen Verdrehen
Innerer schräger Bauchmuskel
M. obliquus internus abdominis
MitarbeiterArbeitet mit dem äußeren zusammen und spannt die Bauchwand von der Seite
Querer Bauchmuskel
M. transversus abdominis
StabilisatorLegt sich wie ein Gürtel um den Rumpf, wenn du den Bauchnabel nach innen ziehst
Rückenstrecker
M. erector spinae
StabilisatorHält die Wirbelsäule von hinten lang — der Bauch arbeitet dagegen, damit daraus kein Hohlkreuz wird
Großer Gesäßmuskel
M. gluteus maximus
StabilisatorHält die Hüfte gestreckt, damit das Gesäß nicht hochsteigt — das andere Ende der Linie hält der Bauch
Gerader Oberschenkelmuskel
M. rectus femoris
StabilisatorHält die Knie gestreckt, damit die Beine in der Linie bleiben
Vorderer Sägemuskel
M. serratus anterior
StabilisatorHält die Schulterblätter am Brustkorb, damit der Oberkörper nicht zwischen den Schultern durchsackt

Die Bauchwand arbeitet hier als eine Einheit, nicht als einzelne Muskeln. Die tiefe querliegende Schicht siehst du von außen nicht arbeiten — sie steht hier als anatomische Einordnung, nicht als etwas, das du bewusst ansteuern kannst. Worauf es ankommt, ist eine Sache: In dieser Übung bewegt sich nichts. Du hältst.

Ausführlich erklärt

Wo die Ellenbogen stehen, wie Becken und Rippen zusammenkommen, und wie lange Andreas halten lässt. Im Video zeigt er auch, wie die Position nicht aussehen soll. · 0:26 min

Plank Hold — ausführlich erklärt — Das komplette Erklärvideo — mit Ton.
Dein nächster Schritt

Richtig gezeigt ist noch nicht richtig gekonnt

Video, Cues und Varianten bringen dich weit. Was fehlt, ist der Blick von außen im Moment, in dem die Bewegung noch nicht sitzt. Genau dafür gibt es das Training bei mir — im Studio oder im Workshop.

Zum Workshop

Neue Übungsseiten kommen laufend dazu — über den Newsletter bekommst du sie mit.

Quellen

Escamilla RF, et al. (2016). Sports Health 8(4):372–379. DOI: 10.1177/1941738116653931 — Misst den Unterarmstütz auf den Füßen bei 18 Männern und Frauen zwischen 23 und 45 Jahren, mit MVIC-Normierung. Die Arbeit mit der besten Übertragbarkeit auf diese Zielgruppe — die Altersspanne überlappt tatsächlich. Gerader Bauchmuskel und äußere schräge Bauchmuskeln stehen vorne, die Rückenstrecker deutlich dahinter. Dieselbe Arbeit zeigt den Kniestütz als die klar leichtere Stufe. (Evidenztyp: EMG)
Tsartsapakis I, et al. (2023). Sports 11(8):159. DOI: 10.3390/sports11080159 — Die einzige Arbeit, die Bracing (Bauch fest machen) und Hollowing (Bauchnabel einziehen) direkt im Plank an denselben 24 Personen vergleicht. Bracing ergab höhere Aktivität in geradem Bauchmuskel, äußeren schrägen und Rückenmuskeln; Hollowing ergab die größere Dickenzunahme der tiefen Schichten im Ultraschall. Die beiden Techniken ziehen also in unterschiedliche Richtungen. Gemessen an CrossFit-Trainierenden zwischen 21 und 42 Jahren. (Evidenztyp: EMG)
Grenier SG, McGill SM (2007). Arch Phys Med Rehabil 88(1):54–62. DOI: 10.1016/j.apmr.2006.10.014 — Modellrechnung an 8 gesunden Männern: Bracing verbesserte die berechnete Stabilität der Lendenwirbelsäule, das Einziehen des Bauchnabels nicht. Der querliegende Bauchmuskel allein trug rechnerisch einen verschwindend kleinen Anteil bei. Modellrechnung an jungen Männern, keine Trainingsstudie. (Evidenztyp: Modellrechnung)
Vera-Garcia FJ, et al. (2007). J Electromyogr Kinesiol 17(5):556–567. DOI: 10.1016/j.jelekin.2006.07.004 — 11 gesunde Männer, plötzliche Belastung des Rumpfes: Der feste Bauch begrenzte die Ausweichbewegung der Wirbelsäule, das Einziehen des Bauchnabels nicht. Laborbedingung mit vorhersagbarer Lastrichtung. (Evidenztyp: EMG)
Schoenfeld BJ, et al. (2014). Sports Biomechanics 13(3):296–306. DOI: 10.1080/14763141.2014.942355 — 19 krafttrainierte junge Männer: Eine hintere Beckenkippung im Plank erhöhte die Aktivität der äußeren schrägen Bauchmuskeln gegenüber der neutralen Ausführung. Das ist die belegte Hälfte von „Becken und Rippen annähern". Die Werte der Arbeit liegen teils über 100 Prozent der Referenzkontraktion, taugen also nur für den Vergleich untereinander. Junge trainierte Männer, 30-Sekunden-Halte. (Evidenztyp: EMG)
Cortell-Tormo JM, et al. (2017). J Strength Cond Res 31(8):2255–2262. DOI: 10.1519/JSC.0000000000001689 — 15 Personen, Männer und Frauen, im kurzen Hebel — also mit den Ellenbogen unter den Schultern, so wie hier gezeigt. Die hintere Beckenkippung ergab die höchste Gesamtaktivität und zugleich die höchste empfundene Anstrengung. Bestätigt die Richtung aus der Arbeit darüber in einer gemischten Gruppe. (Evidenztyp: EMG)
Strand SL, et al. (2014). J Hum Kinet 40:93–102. DOI: 10.2478/hukin-2014-0011 — Rund 471 Studierende hielten den Unterarmstütz bis zum Abbruch, Mittelwert etwa 100 Sekunden. Der wichtigere Befund für die Einordnung der Haltezeit: Nur etwa jede fünfte Person brach wegen der Bauchmuskulatur ab — bei rund zwei Dritteln gaben Arme oder Beine zuerst nach. Junge Erwachsene um 20 Jahre; für die Altersgruppe 40 bis 60 existieren keine Normwerte. (Evidenztyp: Normwerte)
McGill SM (1998). Physical Therapy 78(7):754–765. DOI: 10.1093/ptj/78.7.754 — Übersichtsarbeit zu Rückenübungen. Zur Frage nach Wiederholungen und Haltezeiten hält sie ausdrücklich fest, dass dafür keine Datengrundlage existiert und die Wahl im Ermessen der Anleitenden liegt. Für den Plank gilt das bis heute: Es gibt keine Arbeit, die lange einzelne Halte gegen kurze wiederholte Halte auf den Trainingseffekt geprüft hätte. (Evidenztyp: Übersichtsarbeit)

Hinweis zur Einordnung: EMG-Studien zeigen, welche Muskeln eine Übung anspricht — das begründet die Auswahl, ersetzt aber nicht die individuelle Anpassung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ärztlich abklären.