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Thrive Zone Academy · Übung · Schulter-Gesundheit

Banded Shoulder Circles

Du stellst dich mittig auf ein Widerstandsband und hältst die beiden Enden neben den Hüften. Die Arme hängen gestreckt nach unten, das Band zieht sie leicht in Richtung Boden. Von dort kreist du die Schultern: nach oben, nach hinten, nach unten und nach vorn. Nach 15 bis 20 Kreisen wechselst du die Richtung. Der Kopf wandert dabei gern nach vorn — zieh dich immer wieder in eine aufrechte Haltung.

Muskelgruppen: Schulter, Oberer Rücken, Nacken, RotatorenmanschetteEquipment: BandID: SHD-16
Banded Shoulder Circles — Bewegungsablauf.
Der Kern

Die Banded Shoulder Circles führen den Schultergürtel gegen einen leichten Zug durch einen ganzen Kreis: nach oben, nach hinten, nach unten und nach vorn. Das Band unter den Füßen zieht die Schultern nach unten, und gegen diesen Zug arbeitest du.

Das ist mehr als eine Armbewegung. Bei jeder größeren Schulterbewegung drehen Schlüsselbein und Schulterblatt mit — genau diese Anteile bewegst du hier, während die Arme passiv hängen. Die Bewegung kommt aus dem Schultergürtel, nicht aus den Ellbogen.

Du brauchst ein langes Widerstandsband. Wie tief du am Band greifst, entscheidet, wie viel Zug ankommt.

Aus der Praxis: Ich nutze die Übung im Aufwärmen und als kurze Einheit zwischendurch an Bürotagen. Der Kopf wandert dabei von selbst nach vorn — deshalb zieh dich alle paar Kreise bewusst wieder lang nach oben. Wer den Nacken chronisch fest hat, spürt die Schultern erst anspannen und danach locker werden. Das ist meine Beobachtung aus dem Studio.

Ausgangsposition

Leg ein langes Widerstandsband auf den Boden und stell dich mittig darauf, Füße etwa hüftbreit. Nimm in jede Hand ein Ende und lass die Arme gestreckt neben den Hüften hängen. Das Band soll so leicht sein, dass es die Schultern nur sanft nach unten zieht.

Jetzt kreist du die Schultern gegen diesen Zug: nach oben zu den Ohren, nach hinten zusammen, nach unten weg von den Ohren und nach vorn. Die Arme bleiben dabei passiv und gestreckt — die Bewegung kommt aus dem Schultergürtel, nicht aus den Ellbogen.

Nach 15 bis 20 Kreisen wechselst du die Richtung. Wenn der Zug zu leicht wird, greifst du am Band ein Stück tiefer. Achte dabei auf den Kopf: reflektorisch wandert er nach vorn. Zieh dich zwischendurch bewusst wieder lang nach oben, Brustbein leicht angehoben.

Die drei Cues

  1. Mittig auf dem Band stehen, je ein Ende pro Hand, Arme gestreckt hängen lassen
  2. Die Bewegung kommt aus dem Schultergürtel — Arme und Ellbogen bleiben passiv
  3. Kreise groß führen: nach oben, nach hinten, nach unten, nach vorn
  4. Nach 15 bis 20 Kreisen die Richtung wechseln
  5. Zwischendurch bewusst wieder in die aufrechte Haltung ziehen

Häufige Fehler

FehlerSo löst du es
Die Bewegung kommt aus den EllbogenArme gestreckt und passiv lassen. Wenn die Ellbogen beugen, wird daraus ein Curl und der Schultergürtel bewegt sich kaum.
Das Band ist zu starkGreif höher am Band oder nimm ein leichteres. Zu viel Zug zieht die Schultern fest und der Kreis wird klein.
Der Kopf wandert nach vornDas passiert von selbst. Zieh dich alle paar Kreise lang nach oben, Brustbein leicht angehoben, Kinn zurück über den Schultern.
Die Kreise werden immer kleinerLieber weniger Wiederholungen und dafür große Kreise. Sobald der Weg kürzer wird, ist die Serie zu Ende.
Nur in eine Richtung gekreistNach 15 bis 20 Kreisen die Richtung wechseln. Vorwärts und rückwärts führen den Schultergürtel unterschiedlich.
Der Rumpf schwingt mitFüße bleiben ruhig auf dem Band, Rippen über dem Becken. Wenn der Oberkörper mitwippt, ist der Zug zu groß.

Varianten

VarianteWofür
Ohne BandErst einmal Schulterkreise ohne Widerstand, bis die Bewegung wirklich aus dem Schultergürtel kommt und die Ellbogen ruhig bleiben.
Leichtes Band, 15 bis 20 Kreise pro RichtungBand unter den Füßen, Arme hängen gestreckt, große Kreise in beide Richtungen ohne dass die Kreise kleiner werden.
Tiefer greifenAm Band ein Stück tiefer greifen, sobald 15 bis 20 große Kreise pro Richtung ohne Ausweichen sitzen.

Wiederholungen und Last

15 bis 20 Kreise pro Richtung, eine bis zwei Serien, große Kreise.

Die Übung passt ins Aufwärmen vor Push- und Pull-Übungen für den Oberkörper und als kurze Einheit an langen Bürotagen. Neben Facepull und Shoulder Dislocate ergibt das eine kleine Schulterroutine: Kreise zum Warmwerden, Facepull für die Kraft, Shoulder Dislocate für den großen Bogen.

Welche Muskeln arbeiten

MuskelRolleAufgabe in dieser Übung
Kapuzenmuskel, oberer Teil
M. trapezius pars descendens
HauptmuskelHebt das Schulterblatt nach oben gegen den Zug des Bandes
Kapuzenmuskel, mittlerer und unterer Teil
M. trapezius pars transversa et ascendens
HauptmuskelZieht das Schulterblatt nach hinten und nach unten
Vorderer Sägemuskel
M. serratus anterior
HauptmuskelSchiebt das Schulterblatt nach vorn um den Brustkorb und dreht es nach oben
Schulterblattheber
M. levator scapulae
MitarbeiterHebt die Innenkante des Schulterblatts und arbeitet in der oberen Hälfte des Kreises mit
Rautenmuskeln
Mm. rhomboidei
MitarbeiterZiehen das Schulterblatt zur Wirbelsäule im hinteren Teil des Kreises
Rotatorenmanschette
M. supraspinatus, M. infraspinatus, M. subscapularis, M. teres minor
StabilisatorHält den Oberarmkopf zentriert, während das Schulterblatt darunter kreist
Großer Brustmuskel und kleiner Brustmuskel
M. pectoralis major et minor
MitarbeiterWirken beim Vorschieben und Senken des Schultergürtels mit
Rückenstrecker
M. erector spinae
StabilisatorHält den Oberkörper aufrecht, damit das Schulterblatt den ganzen Weg hat

Die Kreisbewegung verteilt die Arbeit über den ganzen Kapuzenmuskel und den vorderen Sägemuskel — je nach Punkt im Kreis übernimmt ein anderer Anteil. Die Rotatorenmanschette hält dabei nur zentriert, sie bewegt nichts.

Ausführlich erklärt

Andreas zeigt den Aufbau mit dem Band unter den Füßen, den Umfang von 15 bis 20 Kreisen mit Richtungswechsel und erklärt, warum er dauerhaft fest gehaltene Muskulatur bewusst erst hochfährt. · 1:29 min

Banded Shoulder Circles — ausführlich erklärt — Das komplette Erklärvideo — mit Ton.
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Richtig gezeigt ist noch nicht richtig gekonnt

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Quellen

Ludewig PM, Phadke V, Braman JP, Hassett DR, Cieminski CJ, LaPrade RF. (2009). Motion of the shoulder complex during multiplanar humeral elevation. J Bone Joint Surg Am 91(2):378–389. DOI: 10.2106/JBJS.G.01483 — Bei 12 Personen mit gesunden Schultern wurden elektromagnetische Sensoren über Knochenpins direkt an Schlüsselbein, Schulterblatt und Oberarm befestigt, während der Arm in drei Ebenen gehoben und gesenkt wurde. Armhebung verteilt sich demnach auf vier Gelenke: das Schlüsselbein dreht im Mittel um 31 Grad nach hinten, das Schulterblatt kippt an seinem Gelenk um 19 Grad nach hinten, dazu kommen die Aufwärtsdrehung des Schulterblatts am Brustkorb und die Bewegung im Schultergelenk mit Außendrehung. Grundlage für die Aussage, dass hier der ganze Schultergürtel bewegt wird und nicht nur ein Gelenk. Nur 12 Personen, Altersangaben fehlen im Abstract, und gemessen wurde freie Armhebung ohne Band — Kreisbewegungen kommen nicht vor. (Evidenztyp: Biomechanik)
Kebaetse M, McClure P, Pratt NA. (1999). Thoracic position effect on shoulder range of motion, strength, and three-dimensional scapular kinematics. Arch Phys Med Rehabil 80(8):945–950. DOI: 10.1016/s0003-9993(99)90088-6 — 34 gesunde Personen (Durchschnittsalter 30,2 Jahre) wurden im Sitzen abwechselnd in aufrechter und in zusammengesunkener Rumpfhaltung fixiert; erfasst wurden Position und Ausrichtung des Schulterblatts, die aktive Armhebung in der Schulterblattebene und die Haltekraft. In der zusammengesunkenen Haltung fiel die aktive Hebung um 23,6 ± 10,7 Grad geringer aus, das Schulterblatt kippte oberhalb von 90 Grad deutlich weniger nach hinten, und die Kraft bei waagerechtem Arm lag 16,2 Prozent niedriger. Grundlage für den Cue, sich zwischendurch wieder aufrecht zu ziehen. Akuter Vergleich zweier künstlich fixierter Haltungen im Sitzen, Durchschnittsalter erst 30 Jahre, und ohne Trainingsintervention — dass ein Haltungshinweis während einer Aufwärmübung dauerhaft etwas verändert, zeigt die Studie nicht. (Evidenztyp: Biomechanik)
Andersen LL, Andersen CH, Mortensen OS, Poulsen OM, Bjørnlund IB, Zebis MK. (2010). Muscle activation and perceived loading during rehabilitation exercises: comparison of dumbbells and elastic resistance. Phys Ther 90(4):538–549. DOI: 10.2522/ptj.20090167 — An 16 Arbeitnehmerinnen (26 bis 55 Jahre, leichte Nacken- und Schulterbeschwerden) wurde die Muskelaktivität von fünf Muskeln bei Seitheben, Handgelenkstreckung und Schulteraußendrehung gemessen, jeweils mit Kurzhanteln (2 bis 7,5 kg) und mit Elastikband. Auf dem jeweils individuellen Maximum für drei Wiederholungen lag die Aktivität der Arbeitsmuskeln bei Kurzhanteln bei 59 bis 87 Prozent und bei Elastikband bei 64 bis 86 Prozent — ohne bedeutsamen Unterschied; die subjektive Anstrengung stimmte gut mit der gemessenen Aktivität überein. Grundlage für die Aussage, dass der Widerstand aus einem Band die Schultermuskulatur vergleichbar beansprucht. Nur 16 Frauen, alle mit vorbestehenden Beschwerden, langsam und kontrolliert ausgeführte gerade Bewegungen, und geprüft wurden schwere Lasten und nicht der leichte Aufwärmzug. (Evidenztyp: EMG)
Busch AM, Browstein J, Ulm R. (2021). Comparison of the effects of static-stretching and tubing exercises on acute shoulder range of motion in collegiate baseball players. Int J Sports Phys Ther 16(1):207–215. DOI: 10.26603/001c.18862 — 25 gesunde College-Baseballspieler (19,8 ± 1,0 Jahre) mit einem Innendrehungsdefizit über 20 Grad absolvierten an getrennten Tagen entweder statisches Dehnen oder dynamische Bandübungen als Aufwärmen; gemessen wurde vor, direkt danach sowie nach 30 und 60 Minuten. Über beide Bedingungen stieg die Innendrehung direkt danach um 10,7 ± 0,8 Grad, die Außendrehung um 8,6 ± 0,7 Grad und die gesamte Drehbeweglichkeit um 19,3 ± 1,1 Grad, nach 60 Minuten noch um 15,7 ± 1,6 Grad; zwischen Dehnen und Bandarbeit lag außer 1,7 Grad bei der Innendrehung kein Unterschied. Grundlage für die Aussage, dass dynamische Bandarbeit die Beweglichkeit akut erhöht und der Effekt eine Weile anhält. Junge männliche Wurfsportler mit einem krankhaften Defizit, keine unbehandelte Vergleichsbedingung, gemessen wurde Drehung und nicht Hebung, und auf 40- bis 60-Jährige ist das nicht geprüft — die Effektgrößen gelten hier nicht. (Evidenztyp: RCT)
Escamilla RF, Yamashiro K, Paulos L, Andrews JR. (2009). Shoulder muscle activity and function in common shoulder rehabilitation exercises. Sports Med 39(8):663–685. DOI: 10.2165/00007256-200939080-00004 — Übersichtsarbeit zu Messungen der Muskelaktivität und zur Mechanik gängiger Schulterübungen. Bei maximaler Armhebung dreht das Schulterblatt normalerweise 45 bis 55 Grad nach oben, kippt 20 bis 40 Grad nach hinten und dreht 15 bis 35 Grad nach außen, wobei der vordere Sägemuskel alle drei Anteile mitträgt. Zur Abspreizung tragen geschätzt 35 bis 65 Prozent der mittlere Deltamuskel und zusammen rund 60 Prozent die Anteile der Rotatorenmanschette bei, die in tiefen Winkeln der wirksamere Abspreizer ist. Grundlage für die Zuordnung in der Muskeltabelle. Narrative Übersicht ohne Meta-Analyse und ohne systematische Bewertung der Studienqualität, überwiegend junge und sportliche Stichproben, und keine der besprochenen Übungen ist eine Kreisbewegung gegen Bandwiderstand. (Evidenztyp: Review)
Garríguez-Pérez D, Lopiz Y, Domínguez-Jiménez L, García-Fernández C, Marco F. (2025). Establishing reference values for shoulder mobility and abduction strength in healthy adults. J Biomech 192:112959. DOI: 10.1016/j.jbiomech.2025.112959 — An beiden Schultern von 505 Erwachsenen ohne aktuelle oder frühere Schulterprobleme wurden Beugung, Abspreizung, Außen- und Innendrehung sowie die Abspreizkraft erhoben, ausgewertet nach Altersgruppen (18 bis 30, 31 bis 45, 46 bis 60, 61 bis 75, über 75) und Geschlecht. Der Bewegungsumfang nahm mit dem Alter durchgehend ab (Gesamtzusammenhang r = −0,45, alle Einzelrichtungen zwischen r = −0,37 und −0,40), ebenso die Kraft (r = −0,40), die bei Männern höher lag als bei Frauen; im Bewegungsumfang gab es keinen Geschlechtsunterschied. Grundlage für die Aussage, dass Schulterbeweglichkeit mit dem Alter nachlässt, und die Gruppe 46 bis 60 deckt die Zielgruppe direkt mit ab. Querschnitt ohne Ursache-Wirkung und ohne individuelle Verläufe, Rekrutierung an einem Zentrum, absolute Gradwerte je Altersgruppe fehlen im Abstract, und die Studie sagt nichts darüber, ob Training diese Abnahme bremst. (Evidenztyp: Querschnitt)

Hinweis zur Einordnung: EMG-Studien zeigen, welche Muskeln eine Übung anspricht — das begründet die Auswahl, ersetzt aber nicht die individuelle Anpassung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ärztlich abklären.