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Thrive Zone Academy · Übung · Core & Rotation

Cable Core Rotation

Du stehst seitlich zum Kabelzug im breiten Stand, hältst den Griff mit beiden Händen vor der Brust und drehst den Brustkorb von der Maschine weg. Becken, Knie und Füße bleiben dabei stehen. Dann führst du langsam zurück.

Muskelgruppen: Core, Unterer Rücken, Gesäß, Oberschenkel vorneEquipment: KabelzugID: COR-04
Cable Core Rotation — Bewegungsablauf.
Der Kern

Die Cable Core Rotation ist Core-Arbeit im Stand. Du drehst den Brustkorb gegen den Zug des Kabels von der Maschine weg und führst langsam zurück.

Gedreht wird von den schrägen Bauchmuskeln, innen und außen, im Zusammenspiel über beide Seiten. Der gerade Bauchmuskel und der quere Bauchmuskel sind mit angespannt und halten den Brustkorb über dem Becken, auf der Rückseite arbeitet die lange Rückenmuskulatur mit.

Der Großteil der Drehung kommt dabei aus der Brustwirbelsäule. Die Lendenwirbelsäule dreht nur wenige Grad mit, weil die kleinen Wirbelgelenke dort den Weg begrenzen.

Worauf es hier ankommt, ist die Herkunft der Drehung: aus dem Rumpf, während Becken und Knie stehen bleiben.

Ausgangsposition

Stell den Kabelzug etwa auf Bauchnabelhöhe ein. Weil du gleich tiefer in den Stand gehst, liegt er dann genau zwischen Brust und Bauchnabel — das ist die Höhe, die Andreas nutzt.

Stell dich seitlich zur Maschine, die Füße breit und nach außen gedreht, die Knie nach außen. Nimm den Griff mit beiden Händen vor die Brust, die Arme sind fast gestreckt. Brust raus, Schultern runter, der Bauch ist angespannt und der Bauchnabel nach innen gezogen.

Jetzt drehst du den Brustkorb von der Maschine weg, etwa 45 Grad weit, und führst langsam zurück. Der Hinweg ist zügig, der Rückweg langsam.

Die Beine folgen der Bewegung nicht. Wandert das kabelnahe Knie mit, schiebst du es beim Start aktiv nach außen — dann steht es am Ende genau neutral.

Die drei Cues

  1. Die Hüfte bleibt stabil, der Oberkörper dreht
  2. Bauch angespannt, Bauchnabel reingezogen
  3. Alles was passiert, passiert im Bauch

Häufige Fehler

FehlerSo löst du es
Das kabelnahe Knie dreht mit und die Füße folgen der BewegungBeim Start das Knie aktiv nach außen schieben. Es steht dann am Ende neutral, und die Drehung bleibt im Rumpf.
Der Rückweg wird schnell und das Gewicht zieht dich zurückZügig raus, langsam zurück. Der Rückweg gehört zur Wiederholung.
Der Oberkörper kippt zur Seite statt zu drehenBrust raus, Schultern runter, und die Drehung um die eigene Achse denken.
Der Griff wandert nach oben oder unten wegDen Griff auf der Höhe zwischen Brust und Bauchnabel halten und die Kabelhöhe entsprechend einstellen.

Varianten

VarianteWofür
Ohne Gewicht, nur die BewegungErst einmal ohne Kabel drehen, so wie Andreas es vormacht. So findest du, wo die Drehung herkommt und wo die Knie stehen bleiben.
Leichtes Gewicht, kurzer WegMit einem Gewicht, bei dem Becken und Knie sicher stehen bleiben. Der Weg darf kürzer sein als 45 Grad.
Bis etwa 45 GradZügig heraus, langsam zurück, Becken und Knie stehen. Die Seite wechselst du mehrfach innerhalb der Serie.
Mehr GewichtSolange Becken und Knie stehen bleiben und der Rückweg langsam bleibt, geht die nächste Stufe am Stapel.

Wiederholungen und Last

Andreas' Tempo: zügig heraus, langsam zurück. Der Rückweg ist der längere Teil der Wiederholung.

Er wechselt die Seite mehrfach innerhalb einer Serie statt alle Wiederholungen auf einer Seite zu machen. Seine Begründung: bei einer langen Serie auf einer Seite wird die Haltung irgendwann schief, und im Wechsel bekommen beide Richtungen gleich viel ab.

Welche Muskeln arbeiten

MuskelRolleAufgabe in dieser Übung
Äußerer schräger Bauchmuskel
M. obliquus externus abdominis
HauptmuskelDreht den Brustkorb zur Gegenseite
Innerer schräger Bauchmuskel
M. obliquus internus abdominis
HauptmuskelDreht den Brustkorb zur eigenen Seite und arbeitet mit dem äußeren der Gegenseite zusammen
Querer Bauchmuskel
M. transversus abdominis
MitarbeiterSpannt die Bauchwand von innen und hält den Rumpf zusammen
Gerader Bauchmuskel
M. rectus abdominis
MitarbeiterIst mit angespannt und hält den Brustkorb über dem Becken
Darmbein-Rippen-Muskel
M. iliocostalis
MitarbeiterArbeitet auf der Rückseite an der Drehung mit
Breiter Rückenmuskel
M. latissimus dorsi
MitarbeiterVerbindet die Arme mit dem Rumpf und überträgt den Zug des Kabels
Vielgeteilter Muskel
M. multifidus
StabilisatorHält die einzelnen Wirbel beieinander, während sich der Rumpf dreht
Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur
Mm. glutei, M. quadriceps femoris
StabilisatorHalten Becken und Knie an ihrem Platz, damit die Drehung im Rumpf bleibt

Gedreht wird von den schrägen Bauchmuskeln, innen und außen, im Zusammenspiel über beide Seiten. Der gerade und der quere Bauchmuskel sind mit angespannt, auf der Rückseite arbeitet die lange Rückenmuskulatur mit, und der vielgeteilte Muskel hält die Wirbel beieinander. Gesäß und Oberschenkel halten Becken und Knie an ihrem Platz.

Ausführlich erklärt

Andreas zeigt die Bewegung zuerst ohne Gewicht, stellt die Kabelhöhe ein, geht Stand und Bauchspannung durch, zeigt die Drehung von vorn und von hinten und erklärt, wie er das Knie nach außen schiebt und warum er die Seite mehrfach wechselt. · 2:52 min

Cable Core Rotation — Höhe, Stand und Drehung erklärt — Das komplette Erklärvideo — mit Ton.
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Richtig gezeigt ist noch nicht richtig gekonnt

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Quellen

Ng JK, Parnianpour M, Richardson CA, Kippers V. (2001). Functional roles of abdominal and back muscles during isometric axial rotation of the trunk. J Orthop Res 19(3):463–471. DOI: 10.1016/S0736-0266(00)90027-5 — Misst im Stand die Muskelaktivität bei isometrischer Drehung des Rumpfes gegen Widerstand, bei mehreren Anstrengungsstufen. Äußerer und innerer schräger Bauchmuskel, breiter Rückenmuskel und Darmbein-Rippen-Muskel arbeiteten je nach Drehrichtung unterschiedlich — sie sind also die richtungsabhängigen Dreher. Gerader Bauchmuskel und vielgeteilter Muskel zeigten diesen Richtungsunterschied nicht; sie sind mit angespannt, ohne zu drehen. Grundlage für die Rollenverteilung in der gesamten Muskeltabelle. Isometrisch, also ohne Bewegung durch den Bewegungsweg, und ohne Kabelzug. Die Stichprobengröße ist im Abstract nicht berichtet und der Volltext nicht frei zugänglich; Alter und Trainingsstatus bleiben damit offen. (Evidenztyp: EMG)
Urquhart DM, Hodges PW. (2005). Differential activity of regions of transversus abdominis during trunk rotation. Eur Spine J 14(4):393–400. DOI: 10.1007/s00586-004-0799-9 — Misst an sechs beschwerdefreien Personen (drei Männer, drei Frauen, im Mittel 30 Jahre) mit Drahtelektroden die Aktivität des queren Bauchmuskels bei Rumpfdrehung. Der Muskel war dabei durchgehend aktiv, die oberen Anteile gegenläufig zu den mittleren und unteren. Grundlage dafür, ihn als Mitarbeiter zu führen. Sehr kleine Stichprobe, junge Personen, und gemessen wurde im Sitzen mit festgehaltenem Brustkorb und drehendem Becken ohne äußere Last — also nicht die Fassung am Kabelzug im Stand. (Evidenztyp: EMG mit Drahtelektroden)
Fujimori T, Iwasaki M, Nagamoto Y, Ishii T, Kashii M, Murase T, Sugiura T, Matsuo Y, Sugamoto K, Yoshikawa H. (2012). Kinematics of the thoracic spine in trunk rotation: in vivo 3-dimensional analysis. Spine 37(21):E1318–E1328. DOI: 10.1097/BRS.0b013e318267254b — Vermisst an 13 gesunden Personen dreidimensional, wie stark sich die Brustwirbelsäule bei maximaler Rumpfdrehung tatsächlich dreht: vom ersten Brustwirbel bis zum ersten Lendenwirbel 24,9 ± 4,9 Grad je Seite, mit den größten Anteilen im mittleren und unteren Brustbereich und nur 0,5 Grad am Übergang zur Lendenwirbelsäule. Grundlage für die Aussage, dass der Großteil der Drehung aus der Brustwirbelsäule kommt. Maximale Anstrengung ohne Last, Alter und Geschlecht im Abstract nicht berichtet, keine Messung an 40- bis 60-Jährigen. (Evidenztyp: Kinematik)
Fujii R, Sakaura H, Mukai Y, Hosono N, Ishii T, Iwasaki M, Yoshikawa H, Sugamoto K. (2007). Kinematics of the lumbar spine in trunk rotation: in vivo three-dimensional analysis using magnetic resonance imaging. Eur Spine J 16(11):1867–1874. DOI: 10.1007/s00586-007-0373-3 — Vermisst an zehn gesunden Personen (sechs Männer, vier Frauen, im Mittel 26,4 Jahre), wie stark sich die einzelnen Lendenwirbel bei 45 Grad Rumpfdrehung mitdrehen: 1,2 bis 1,7 Grad je Segment, zusammen also etwa sieben bis neun Grad. Grundlage für die Aussage, dass die Lendenwirbelsäule nur wenige Grad mitdreht. Gemessen wurde in Rückenlage in einer Vorrichtung, was die Autoren selbst als nicht alltagsnah bezeichnen; junge Personen, keine Last. (Evidenztyp: Kinematik)
Adams MA, Hutton WC. (1981). The relevance of torsion to the mechanical derangement of the lumbar spine. Spine 6(3):241–248. DOI: 10.1097/00007632-198105000-00006 — Prüft an Präparaten der Lendenwirbelsäule unter Drehmoment und Druck, welche Strukturen die Drehung begrenzen. Der Widerstand gegen die Drehung kommt vor allem aus den kleinen Wirbelgelenken, die dabei aufeinandergepresst werden, und aus der Bandscheibe; die Bänder tragen wenig bei. Grundlage für die Aussage, dass die kleinen Wirbelgelenke in der Lendenwirbelsäule den Weg begrenzen. Präparate ohne Muskulatur, Alter und Geschlecht nicht berichtet — der Mechanismus lässt sich so zeigen, das Verhalten eines trainierenden Menschen nicht. (Evidenztyp: Präparatestudie)
Marras WS, Granata KP. (1995). A biomechanical assessment and model of axial twisting in the thoracolumbar spine. Spine 20(13):1440–1451. DOI: 10.1097/00007632-199507000-00002 — Modelliert an zwölf Personen aus gemessener Muskelaktivität die Belastung der Wirbelsäule beim Drehen unter Last. Beim Drehen arbeiten mehr Muskeln gleichzeitig als beim Heben, und die errechnete Druckbelastung lag bei zügigen Drehbewegungen etwa doppelt so hoch wie bei gehaltenen. Grundlage dafür, den Rückweg auf der Seite ausdrücklich langsam zu führen und das Gewicht an der Standfestigkeit von Becken und Knien zu bemessen. Ein Modell, keine direkte Messung im Körper; zwölf Personen, Alter und Geschlecht nicht berichtet. (Evidenztyp: Biomechanisches Modell mit EMG)
Sung PS. (2014). Kinematic analysis for shoulder and pelvis coordination during axial trunk rotation. Gait Posture 40(4):493–498. DOI: 10.1016/j.gaitpost.2014.06.001 — Vermisst an 19 Personen mit wiederkehrenden Rückenbeschwerden und 19 altersgleichen Vergleichspersonen die maximale Drehung im Stand und trennt dabei den Anteil des Schultergürtels vom Anteil des Beckens. Beide drehen mit, wenn man frei steht. Grundlage dafür, Becken und Knie auf der Seite ausdrücklich als das zu benennen, was stehen bleiben soll — wer sie mitdrehen lässt, dreht etwas anderes. Beobachtung ohne Last und ohne Muskelmessung; dass das Feststellen von Becken und Knien besser oder sicherer wäre, zeigt die Arbeit nicht. (Evidenztyp: Kinematik)

Hinweis zur Einordnung: EMG-Studien zeigen, welche Muskeln eine Übung anspricht — das begründet die Auswahl, ersetzt aber nicht die individuelle Anpassung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ärztlich abklären.