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Thrive Zone Academy · Übung · Push · vertikal

Barbell Press

Du stehst aufrecht, die Langhantel liegt vor den Schultern, die Ellbogen stehen unter der Stange. Von dort drückst du sie dynamisch über den Kopf, bis die Arme gestreckt sind und die Stange über der Mitte der Füße steht. Dann führst du sie langsam zurück vor die Schultern.

Muskelgruppen: Schulter, Trizeps, Brust, Oberer Rücken, CoreEquipment: LanghantelID: PSH-04
Barbell Press — Bewegungsablauf.
Der Kern

Der Barbell Press ist Push · vertikal mit der Langhantel im Stand. Die Stange liegt vor den Schultern, und du drückst sie über den Kopf, bis die Arme gestreckt sind.

Gedrückt wird vom vorderen und mittleren Teil des Deltamuskels, der Trizeps streckt den Ellbogen und bringt die Stange in die Endposition. Der Schlüsselbeinteil des großen Brustmuskels arbeitet mit. Damit der Arm über Kopf frei wird, dreht der vordere Sägemuskel das Schulterblatt nach oben, und der obere Trapezius führt es dabei.

Weil du dabei frei stehst, hält die Bauchwand den Rumpf fest und Gesäß und Beine halten den Stand ruhig.

Gesteigert wird über das Gewicht auf der Stange. Der Einstieg läuft über die leichtere Stange, bis die 20-Kilo-Stange leicht genug ist.

Ausgangsposition

Griffweite. Leg die Hände so auf die Stange, dass du mit dem Daumen gerade eben die Schulter berührst — bei den meisten Leuten passt das. Ein zweites Maß: heb die Stange aus, und wenn sie über den Ellbogen steht, sollten die Winkel bei etwa 90 Grad liegen, die Ellbogen am Körper. Handgelenk über Ellbogen heißt kurzer Weg für die Kraft. Merk dir den Abstand deines Daumens zur Markierung auf der Stange, dann findest du den Griff jedes Mal wieder.

Enger greifen legt mehr auf den Trizeps und bringt die Ellbogen weiter nach vorn, breiter greifen legt mehr auf die Schulter.

Anlaufen. Geh immer von der offenen Seite ans Rack, damit du die Stange am Ende der Serie einfach nur noch ablegen musst. Geh mit der Brust an die Stange, heb sie aus und stell dich stabil hin: Brustbein schräg nach oben, Brust raus, Schultern nach hinten unten, Bauch fest.

Der Weg. Die Stange geht auf geradem Weg nach oben. Damit sie am Kinn vorbeikommt, ziehst du beim Rausdrücken das Gesicht ein wenig zurück und schiebst die Brust nach vorn. Oben steht die Stange im Lot über der Mitte der Füße. Rausdrücken ist dynamisch, zurück ist langsam. Die Beine bleiben dabei ruhig — der Weg nach oben kommt aus Schultern und Armen.

Atmung. Unten einatmen, Druck aufbauen, dann rausdrücken. Sobald die Stange wieder unten ist, lässt du die Luft raus und holst neu Luft. Geatmet wird unten, zwischen den Wiederholungen.

Die drei Cues

  1. Brust raus, Schultern nach hinten unten, Bauch fest
  2. Ellbogen unter der Stange
  3. Dynamisch rausdrücken, langsam zurück

Häufige Fehler

FehlerSo löst du es
Die Stange wird um das Kinn herum nach vorn gedrücktBeim Rausdrücken das Gesicht ein wenig zurückziehen und die Brust nach vorn schieben — dann geht die Stange auf geradem Weg am Kinn vorbei.
Der Oberkörper lehnt sich im Rücken weit nach hintenBrust raus, Schultern hinten unten, Bauch fest — so als ob dir jemand in den Bauch fassen will. Wird der Rücken trotzdem lang, ist das Gewicht zu schwer.
Die Ellbogen stehen beim Start hinter oder neben der StangeDie Ellbogen unter die Stange bringen und die Handgelenke darüber stellen. Von dort läuft die Kraft direkt nach oben.
Oben über dem Kopf wird ein- und ausgeatmetUnten atmen, oben halten. Das Einatmen über Kopf nimmt die Stabilität aus der Position.
Der Weg nach unten wird fallen gelassenRausdrücken ist dynamisch, zurück ist langsam. Der Rückweg gehört zur Wiederholung.

Varianten

VarianteWofür
Leichte StangeJedes Studio hat leichtere Stangen, etwa zehn Kilo. Damit lernst du Griffweite, Bahn am Kinn vorbei und Atmung, ohne dass das Gewicht die Technik bestimmt.
20-Kilo-Stange ohne ScheibenSobald die 20-Kilo-Stange mindestens zehn saubere Wiederholungen trägt, wird sie zur Arbeitsstange.
Stange mit ScheibenDynamisch heraus, langsam zurück, oben im Lot über der Mitte der Füße. Die Steigerung kommt in kleinen Schritten über die Scheiben.
Schwereres Gewicht mit fester AtmungJe schwerer die Stange, desto mehr entscheidet der feste Stand darunter. Unten einatmen, Druck aufbauen, rausdrücken, unten wieder atmen.

Wiederholungen und Last

Andreas' Tempo: dynamisch rausdrücken, langsam zurück. Die Beine bleiben ruhig — der Weg nach oben kommt aus Schultern und Armen.

Der Press steht früh in der Einheit, solange du frisch bist. Gegangen wird immer von der offenen Seite ans Rack, damit die Stange am Ende einer Serie nur noch abgelegt werden muss.

Aus der Praxis: Der Press ist eine der ältesten Grundübungen überhaupt — Gewicht über Kopf drücken hat der Mensch schon gemacht, lange bevor es Bankdrücken gab. Im Alltag kommt das heute kaum noch vor, und genau deshalb lohnt es sich, es zu trainieren. Das ist meine Sicht aus dem Studio.

Welche Muskeln arbeiten

MuskelRolleAufgabe in dieser Übung
Deltamuskel, vorderer Teil
M. deltoideus, Pars clavicularis
HauptmuskelFührt den Oberarm nach vorn oben
Deltamuskel, mittlerer Teil
M. deltoideus, Pars acromialis
HauptmuskelFührt den Oberarm zur Seite nach oben
Trizeps
M. triceps brachii
MitarbeiterStreckt den Ellbogen und bringt die Stange in die Endposition
Großer Brustmuskel, Schlüsselbeinteil
M. pectoralis major, Pars clavicularis
MitarbeiterBringt den Oberarm von vorn mit nach oben
Vorderer Sägemuskel
M. serratus anterior
MitarbeiterDreht das Schulterblatt nach oben, damit der Arm über Kopf frei wird
Trapezmuskel, oberer Teil
M. trapezius, Pars descendens
MitarbeiterDreht das Schlüsselbein und führt das Schulterblatt, während der Arm nach oben geht
Bauchwand
M. rectus abdominis, Mm. obliqui
StabilisatorHält den Rumpf fest, damit die Kraft gerade nach oben geht
Gesäß- und Beinmuskulatur
Mm. glutei, M. quadriceps femoris
StabilisatorHalten den Stand unter der Stange ruhig

Gedrückt wird vom vorderen und mittleren Teil des Deltamuskels, der Trizeps streckt den Ellbogen, und der Schlüsselbeinteil des großen Brustmuskels arbeitet mit. Der vordere Sägemuskel dreht das Schulterblatt nach oben, der obere Trapezius führt es dabei. Bauchwand, Gesäß und Beine halten den Körper unter der Stange fest.

Ausführlich erklärt

Andreas geht den Press von Grund auf durch: wie er ans Rack läuft und die Stange sicher ablegt, wie er die Griffweite über Daumen und Schulter findet und sie an den Markierungen wiederfindet, was enger und breiter greifen verschiebt, wie die Stange am Kinn vorbeikommt, wie er den Bauch fest macht, wie die Atmung läuft und welche Muskulatur arbeitet. · 12:44 min

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Quellen

Coratella G, Tornatore G, Longo S, Esposito F, Cè E. (2022). An Electromyographic Analysis of Front and Back Barbell and Machine Overhead Press. Front Physiol 13:825880. DOI: 10.3389/fphys.2022.825880 — Misst an acht männlichen Wettkampf-Bodybuildern (29,8 ± 3,0 Jahre, im Mittel 10,6 Jahre Training) die Muskelaktivität beim Überkopfdrücken mit der Langhantel vor und hinter dem Kopf sowie an der Maschine. Vorderer, mittlerer und hinterer Deltamuskel, oberer Trapezius, großer Brustmuskel und Trizeps sind beim Press vor dem Kopf alle nachweisbar beteiligt. Grundlage dafür, welche Muskeln überhaupt in der Tabelle stehen. Die Werte sind je Muskel eigens normiert, ein Vergleich zwischen Muskeln ist damit unzulässig — eine Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten. Junge, hochtrainierte Männer; keine Messung an 40- bis 60-Jährigen mit zwei bis vier Stunden pro Woche. (Evidenztyp: EMG)
Saeterbakken AH, Fimland MS. (2013). Effects of body position and loading modality on muscle activity and strength in shoulder presses. J Strength Cond Res 27(7):1824–1831. DOI: 10.1519/JSC.0b013e318276b873 — Vergleicht an 15 gesunden Männern das Überkopfdrücken im Stehen und im Sitzen, mit Langhantel und mit Kurzhanteln. Im Stehen lagen mittlerer und hinterer Deltamuskel höher als im Sitzen, mit der Langhantel lag der Trizeps höher als mit Kurzhanteln. Grundlage dafür, den Deltamuskel und den Trizeps als tragende Muskeln der Übung zu führen. Der Unterschied am vorderen Deltamuskel zwischen Stehen und Sitzen war nicht gesichert. Alter und Trainingsstatus sind nicht berichtet, keine Frauen. (Evidenztyp: EMG)
Saeterbakken AH, Fimland MS. (2012). Muscle activity of the core during bilateral, unilateral, seated and standing resistance exercise. Eur J Appl Physiol 112(5):1671–1678. DOI: 10.1007/s00421-011-2141-7 — Misst an 15 gesunden Männern die Aktivität der Rumpfmuskulatur beim Überkopfdrücken im Sitzen und im Stehen. Gerader Bauchmuskel und äußerer schräger Bauchmuskel arbeiteten im Sitzen deutlich weniger als im Stehen. Grundlage dafür, die Bauchwand auf dieser Seite als Stabilisator zu führen und den Stand als Teil der Übung zu behandeln. Die lange Rückenmuskulatur zeigte keinen Unterschied zwischen Sitzen und Stehen. Gemessen wurde mit Kurzhanteln, nicht mit der Langhantel; Alter und Trainingsstatus nicht berichtet. (Evidenztyp: EMG)
Gundersen AH, Krosshaug T, Mausehund L, van den Tillaar R, Larsen S. (2026). The impact of grip width on kinetics and kinematics in the shoulder press. Sports Biomech 25(6):841–854. DOI: 10.1080/14763141.2025.2590028 — Vermisst an elf krafttrainierten Männern (25,9 ± 3,1 Jahre) dreidimensional, was die Griffweite beim Überkopfdrücken verändert. Der enge Griff ging mit einem kleineren Drehmoment an der Schulter, mehr bewegter Last und größerem Bewegungsumfang an Schulter und Ellbogen einher, der breite Griff mit einem kleineren Drehmoment am Ellbogen. Grundlage für die Aussage auf der Seite, dass enger greifen mehr auf den Trizeps und breiter greifen mehr auf die Schulter legt. Gemessen wurden Gelenkmomente, keine Muskelaktivität — eine Aussage über Aktivierungsanteile lässt sich daraus nicht ableiten. Sitzende Ausführung, elf junge Männer. (Evidenztyp: Kinetik und Kinematik)
Ludewig PM, Cook TM, Nawoczenski DA. (1996). Three-dimensional scapular orientation and muscle activity at selected positions of humeral elevation. J Orthop Sports Phys Ther 24(2):57–65. DOI: 10.2519/jospt.1996.24.2.57 — Vermisst an 25 beschwerdefreien Personen (19 bis 37 Jahre), wie sich das Schulterblatt beim Heben des Arms dreht und welche Muskeln dabei zunehmend arbeiten. Mit steigendem Armwinkel dreht das Schulterblatt fortschreitend nach oben und kippt nach hinten; oberer und unterer Trapezius, Schulterblattheber und vorderer Sägemuskel arbeiten zunehmend mit. Grundlage dafür, den vorderen Sägemuskel und den oberen Trapezius in die Tabelle aufzunehmen. Gemessen wurden statische, unbelastete Armstellungen in der Schulterblattebene, nicht der Press mit der Langhantel. (Evidenztyp: Kinematik und EMG)
Johnson G, Bogduk N, Nowitzke A, House D. (1994). Anatomy and actions of the trapezius muscle. Clin Biomech 9(1):44–50. DOI: 10.1016/0268-0033(94)90057-4 — Untersucht an Präparaten Verlauf und Wirkungsrichtung der einzelnen Trapezius-Anteile. Die quer verlaufenden oberen und mittleren Fasern können das Schulterblatt anatomisch nicht anheben; sie ziehen es nach hinten beziehungsweise drehen das Schlüsselbein. Grundlage dafür, die Aufgabe des oberen Trapezius in der Tabelle als Führen des Schulterblatts und Drehen des Schlüsselbeins zu beschreiben statt als Anheben der Schulter — die gebräuchliche Formulierung trifft es nicht. Präparate, keine lebenden Personen, keine Übungsmessung. (Evidenztyp: Anatomische Untersuchung)
Tayashiki K, Takai Y, Maeo S, Kanehisa H. (2016). Intra-abdominal Pressure and Trunk Muscular Activities during Abdominal Bracing and Hollowing. Int J Sports Med 37(2):134–143. DOI: 10.1055/s-0035-1559771 — Misst an sieben jungen Männern den Druck im Bauchraum und die Aktivität der Rumpfmuskulatur beim bewussten Festmachen der Bauchwand gegenüber dem Einziehen des Bauches. Das Festmachen erzeugte einen um ein Vielfaches höheren Druck im Bauchraum als das Einziehen. Grundlage dafür, auf der Seite das Festmachen des Bauches zu beschreiben. Sieben junge Männer, keine Hebeaufgabe, keine Messung an der Wirbelsäule. (Evidenztyp: Laborstudie)
Cholewicki J, Juluru K, Radebold A, Panjabi MM, McGill SM. (1999). Lumbar spine stability can be augmented with an abdominal belt and/or increased intra-abdominal pressure. Eur Spine J 8(5):388–395. DOI: 10.1007/s005860050192 — Misst an zehn Personen, wie sich ein erhöhter Druck im Bauchraum auf die Steifigkeit des Rumpfes auswirkt. Bei Beugung und Seitneigung stieg die Steifigkeit deutlich an. Grundlage dafür, den festen Bauch auf der Seite als Teil der Ausführung zu führen. Wichtige Einschränkung: für die Streckrichtung — also genau das Zurücklehnen, das beim Press auftritt — war der Anstieg statistisch nicht gesichert. Ein halb sitzender Versuchsaufbau, kein Press; zehn Personen, Alter nicht berichtet. (Evidenztyp: Laborstudie)
MacDougall JD, Tuxen D, Sale DG, Moroz JR, Sutton JR. (1985). Arterial blood pressure response to heavy resistance exercise. J Appl Physiol 58(3):785–790. DOI: 10.1152/jappl.1985.58.3.785 — Misst an fünf erfahrenen männlichen Bodybuildern den Blutdruck direkt in der Arterie während schwerer Kraftübungen, darunter auch das Überkopfdrücken. Die Werte stiegen während der Sätze sehr stark an, bei einer Person bis über 480 zu 350 mmHg; die gemessenen Munddrücke belegen einen Anteil von Pressatmung. Steht hier als Einordnung zu der Atmung, die Andreas im Film vorgibt: Luft anhalten gibt Stabilität, hebt aber währenddessen den Blutdruck deutlich an. Für das Überkopfdrücken ist kein eigener Wert berichtet, Schwindel oder Ohnmacht wurden nicht erfasst; fünf junge, sehr trainierte Männer — Menschen zwischen 40 und 60 mit altersüblichem Blutdruckrisiko kommen darin nicht vor. (Evidenztyp: Messung am Menschen)
Williams MA, Haskell WL, Ades PA, Amsterdam EA, Bittner V, Franklin BA, Gulanick M, Laing ST, Stewart KJ. (2007). Resistance exercise in individuals with and without cardiovascular disease: 2007 update. Circulation 116(5):572–584. DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.107.185214 — Empfehlung der American Heart Association zum Krafttraining. Sie rät ausdrücklich dazu, Luftanhalten und Pressatmung zu vermeiden und während der Anstrengung auszuatmen. Das steht der Atmung entgegen, die Andreas im Film für schwere Sätze vorgibt und die im Kraftsport verbreitet ist. Eine Empfehlung, kein Nachweis eines Schadens; sie richtet sich unter anderem an Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier aufgeführt, damit die Einordnung vollständig ist. (Evidenztyp: Fachgesellschafts-Empfehlung)

Hinweis zur Einordnung: EMG-Studien zeigen, welche Muskeln eine Übung anspricht — das begründet die Auswahl, ersetzt aber nicht die individuelle Anpassung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ärztlich abklären.